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Deutsch als Zweitsprache für fremdsprachige Kinder

Schülerinnen und Schüler aus fremdsprachigen Familien sprechen beim Schuleintritt oft kein oder nur wenig Deutsch. Beim Erlernen der Unterrichtssprache benötigen sie daher besondere Unterstützung.

Karin Huber Hurni

Das Volksschulgesetz legt in Artikel 24 fest, auf welcher Stufe in welcher Sprache unterrichtet wird. Im Kindergarten wird grundsätzlich Mundart gesprochen. Bereits ab dem dritten Jahr – also ab der ersten Primarklasse – wird in der Standardsprache («Hochdeutsch») unterrichtet. 
Für Kinder aus fremdsprachigen Familien ist dies oft schwierig, deshalb werden sie beim Erlernen der Unterrichtssprache zusätzlich gefördert. Das Unterrichtsfach «Deutsch als Zweitsprache» (DaZ) hilft ihnen, die nötigen Sprachkompetenzen für den Unterricht in der Regelklasse zu erlangen (Art. 20 der Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen). DaZ wird durch speziell ausgebildete Lehrpersonen unterrichtet und findet meistens in Gruppen statt.

Anzahl Lektionen auf die Kompetenzen abgestimmt

Im Kindergarten besuchen die Kinder mindestens zwei DaZ-Lektionen pro Woche. Der Unterricht wird in der Regel in den Kindergartenbetrieb integriert (Aufnahmeunterricht). Auf der Primar- und Sekundarstufe finden die DaZ-Lektionen ergänzend zum Unterricht in Gruppen statt.
Auf dieser Stufe wird zwischen dem Anfangsunterricht und dem Aufbauunterricht unterschieden. Der Anfangsunterricht richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die über keine oder sehr geringe Deutschkompetenzen verfügen (Art. 13 Abs. 2 der Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen). In diesem Fall besuchen die Kinder mindestens eine Lektion pro Tag. Im Aufbauunterricht für Kinder mit fortgeschrittenen Sprachkenntnissen beträgt die DaZ-Unterrichtszeit mindestens zwei Lektionen pro Woche. 

Lernziele des DaZ-Unterrichts

Kindergartenstufe

  • Die Kinder verstehen in Grundzügen, was auf Deutsch erzählt und von ihnen verlangt wird.
  • Sie können sich in einfachen Sätzen mit andern Kindern und Lehrpersonen auf Deutsch verständigen.
  • Die Kinder bauen ihr Hörverstehen, ihr Weltwissen und ihren Wortschatz aus.
  • Beim Eintritt in die Primarstufe verfügen sie über genügend Deutschkompetenzen, um dem Unterricht folgen zu können.

Anfangsunterricht

  • Die Schülerinnen und Schüler können einfache Sätze auf Deutsch verstehen und sich in einfachen Sätzen ausdrücken.
  • Sie können sich in der sozialen Umgebung der Klasse, der Schule und des Wohnquartiers orientieren und sich sprachlich selbständig darin bewegen.
  • Sie verstehen im Unterricht die Anweisungen der Lehrpersonen und können sich auf Deutsch ausdrücken, wenn sie etwas nicht verstehen.

Aufbauunterricht

  • Die Schülerinnen und Schüler sind sprachlich in der Lage, dem Regelunterricht zu folgen und den Schulstoff zu lernen.
  • Sie verfügen über die deutschen Sprachmittel, so dass sie in sozialen und schulischen Situationen sprachlich handeln können

Quelle: Volksschulamt des Kantons Zürich

QUIMS-Schulen mit besonderem Angebot

Ist der Anteil fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler höher als 40 Prozent, legt die Gemeinde die zusätzlichen Angebote zur Sicherung der Qualität in multikulturellen Schulen (QUIMS) fest. Diese Angebote sollen nicht nur die Deutschkenntnisse der fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler verbessern, sondern auch die Integration und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern fördern (Art. 25 Volksschulgesetz). Uster hat keine Quims-Schulen.

Deutsch im familiären Umfeld lernen

Es ist sehr wichtig, dass fremdsprachige Eltern ihren Kindern vor dem Schuleintritt die Möglichkeit bieten, Deutsch zu lernen. Dies ist in Spielgruppen und Krippen möglich, im Familienzentrum oder mit deutschsprachigen Nachbarn und Freunden. Sie erleichtern ihren Kindern damit den Schuleintritt und sorgen dafür, dass sie sich rascher in der Gruppe integrieren. 

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